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Dienstag

16

Februar 2016

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Tipps zur Langzeitbelichtung

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Langzeitbelichtung bei Nacht - Karussell

Langzeitbelichtung – was beachten?

Bei Langzeitbelichtungen ist es auf jeden Fall ratsam, das RAW-Format der Kamera zu verwenden um die Bilder später noch in Bildbearbeitungsprogrammen besser optimieren zu können. Das Format speichert mehr Farb- und Helligkeitsinformationen und lässt es beispielsweise eher zu, dunkle Bildbereiche noch etwas aufzuhellen oder den Weißabgleich zu ändern.

Außerdem führt die längere Belichtungszeit (speziell mit ND-Filtern) oft zu einem leichten Farbstich, da mehr Licht im Infrarot-Bereich durchgelassen wird. Dieser kann mit dem Weißabgleich-Regler jedoch leicht korrigiert werden.

Weiterhin ist es ratsam, einen möglichst geringen ISO zu verwenden, um das Bildrauschen so gering wie möglich zu halten. Durch die lange Belichtungszeit erwärmt sich der Sensor und das Bildrauschen kann sich im Vergleich zu kurzen Belichtungszeiten bei selben ISO-Wert drastisch erhöhen.

Langzeitbelichtung bei Nacht - Karussell

© https://pixabay.com/de/nacht-langzeitbelichtung-prater-953541/

Die meisten Kameras verfügen darüber hinaus über eine Rauschreduzierung bei Langzeitbelichtungen. Dieser Einstellung sorgt dafür, dass die Kamera nach Abschluss der Belichtung nochmal dieselbe Zeit lang ein sog. „Rauschmuster“ aufzeichnet und dieses Rauschen dann aus dem Foto herausrechnet. Das führt zu einer deutlichen Reduzierung des Rauschens, aber verdoppelt die nötige Zeit um ein Foto zu schießen. Möchte man dies nicht, lässt sich die Einstellung im Kameramenü deaktivieren. In diesem Fall kann man die Rauschreduzierung noch im Nachhinein in einem Bildbearbeitungsprogramm durchführen.

Ein weiteres nützliches Zubehör ist eine Okularabdeckung, die verhindert dass Streulicht über den Sucher zum Sensor dringt. Dies ist besonders bei längeren Belichtungszeiten relevant, da das Streulicht zu Fehlbelichtungen im Bild führen kann. Meist zeigen sich diese in hellen Streifen oder Schlieren.

Wenn die Kamera über eine Spiegelvorverriegelung (Mirror Lockup) verfügt, sollte diese aktiviert werden. Bei dieser Funktion wird der Spiegel bereits einige Zeit vor der Aufnahme nach oben geklappt. Dabei werden Vibrationen, die durch das Bewegen des Spiegels entstehen, verhindert.
Wenn das Objektiv über einer Bildstabilisator (IS = image stabilisation) verfügt, sollte dieser deaktiviert werden. Denn sollten die Motoren des Stabilisators anfangen zu arbeiten, würden dies die Bildqualität beeinträchtigen.

Flecken oder Verunreinigungen auf Sensor, Objektiv oder Filtern, werden bei Langzeitbelichtungen besonders deutlich sichtbar. Daher lieber nochmal das Equipment kontrollieren.

ND-Filter können auch zusammen kombiniert werden. Ihre Filtereigenschaften werden dabei addiert. Das ist besonders interessant, wenn man noch einen zusätzlichen Verlaufsfilter verwenden möchte, um beispielsweise eine Überbelichtung des Himmels zu vermeiden.

Wenn man die Technik verstanden hat, sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Gerade die Länge der Belichtungszeit bietet nahezu unendlich viel Spielmöglichkeit. Hochwertige Posterdrucke Ihrer Langzeitbelichtung-Aufnahmen lassen sich unserem Shop ganz einfach online bestellen – Ihr Foto als Poster im Wunschformat!

Extreme Langzeitbelichtungen

Ein gutes Beispiel für wirklich lange Belichtungszeiten, sind die Bilder von Michael Wesely. Er hat seine Belichtungszeit auf Wochen, Monate und sogar Jahre ausgedehnt. Die bekanntesten Werke sind dabei „die Entwicklung von Tulpen in einer Vase bis zum verwelken“ oder die „Bauarbeiten auf dem Potsdamer Platz“ – mit einer Belichtungszeit von bis zu 26 Monaten!

Light Painting

Eine Sonderform ist auch die „Lichtmalerei“ (Light Painting). Dabei wird eine helle Lichtquelle, wie eine Taschenlampe oder ein Leuchtstab, wie ein Pinsel benutzt. Der Motivausschnitt dient dabei als Zeichenfläche. Die Geschwindigkeit der Bewegung und die Helligkeit des Leuchtmittels entscheiden dabei über die Strichstärke im Bild.

Light Painting - Herz

© https://pixabay.com/de/herz-liebe-rot-licht-malerei-283146/

Damit der Maler unsichtbar bleibt, sollte dieser sich dunkel bekleiden. Wenn der „Pinsel“ abgesetzt werden soll, um einen neuen Strich zu beginnen, muss die Lichtquelle ausgeschalten oder verdeckt werden.

Mit dieser Kunstform experimentierte bereits Pablo Picasso!

Als 1949 der Fotograf Gjon Mili den Künstler Picasso in Südfrankreich besuchte und ihm seine Werke zeigte, war Picasso so fasziniert von dieser Technik, dass in kurzer Zeit über 30 Werke von Mili und Picasso entstanden sind.

Viel Spaß beim Ausprobieren und gutes Licht!

Tee malen mit Licht - Tekanne

© https://pixabay.com/de/teekanne-tee-malen-mit-licht-598122/

 

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