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Mittwoch

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April 2016

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Was ist beim Kamerakauf zu beachten – 5 Tipps

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Kamerakauf - Was ist beim Kamerakauf zu beachten

Wie finde ich die richtige Kamera für mich?

Der Kauf einer Kamera ist meist keine Handlung, die spontan beim Wochenendshopping umgesetzt wird. Meist werden Wochen oder Monate lang Angebote gewälzt, Datenblätter verglichen und Internetforen durchstöbert.

Denn die Hersteller machen uns es nicht gerade einfach. Sie überschwemmen den Markt in regelmäßigen Abständen mit neuen Modellen – und angeblich sind alle schärfer, schneller und besser als die Vorgänger und Konkurrenzprodukte.

Wir haben 5 Tipps für euch, mit denen ihr die Auswahl passender Modelle, gleich zu Beginn besser eingrenzen könnt:

Kamerakauf - Was ist beim Kamerakauf zu beachten

© https://pixabay.com/de/digitalkamera-foto-fotografie-344599/

1.) Kamerakauf: Das Budget

Die wohl wichtigste Frage, die man sich sowohl als Profi als auch als Hobbyfotograf stellen muss: Wie hoch ist mein Budget?
Man sollte sich von Beginn an unbedingt klar werden, wie viel Geld man in sein (neues) System investieren möchte.

Oft vergleicht man sehr viele Modelle miteinander – mit sehr unterschiedlichen Preisen. Setzt zu Beginn eine klare Grenze und lasst euch dann nicht mehr von Angeboten teurerer Modelle verführen.

Denkt auch daran, dass die Kamera nur ein Teil eures Foto-Systems ist. Kameratasche, Akkus, Speicherkarten, Stativ, Blitze, Fernauslöser, Reinigungszubehör und Objektive (falls nicht bei der Kamera dabei) treiben die Kosten schnell nach oben und sollten ebenfalls eingeplant werden!

Außerdem kann es sich durchaus lohnen, lieber ein günstigeres Model zu wählen und das gesparte Geld in einen Foto-Kurs zu investieren. Ein erfahrener Fotograf kann deutlich mehr aus einer Amateurkamera herausholen als ein Laie mit einem Profigerät.

Kamerakauf - Welches Budget

© https://pixabay.com/de/kamera-dslr-fotografie-fotograf-925633/

2.) Kamerakauf: Die System-Frage

Im Grunde gibt es derzeit drei verschiedene Typen von Kameras. Kompaktkameras, Bridge-Kameras und Systemkameras (mit oder ohne Spiegel).

a) Kamera Typ: Kompaktkameras

Kompaktkameras sind klein, leicht und günstig. Das Objektiv und Blitz sind fest mit der Kamera verbaut.
Sie sind für die meisten Einsatzzwecke geeignet und eignen sich ideal für Foto-Einsteiger, als Urlaubskamera, für Familienschnappschüsse und jeden, dem eine Smartphone-Kamera nicht mehr ausreicht.
Sie bieten, je nach Modell, eine Reihe von Automatikfunktionen. Aber auch manuelle Eingriffe sind bei den meisten Kameras inzwischen ganz oder teilweise möglich.
Abstriche gibt es bei der Bildqualität, da der Bildsensor verhältnismäßig klein ist. Besonders beim Fotografieren bei Nacht und schwachem Licht muss man hier mit unscharfen und verrauschten Bildern rechnen.
Außerdem lässt sich eine solche Kompaktkamera nicht aufrüsten. Wenn die Kamera dir nicht mehr ausreicht, bleibt nur ein Neukauf.

b) Kamera Typ: Bridgekameras

Bridgekameras bilden, wie es der Name schon andeutet, die Brücke zwischen den günstigen Kompaktkameras und den teuren Systemkameras. Der Sensor ist nicht deutlich größer als der der Kompakten, wird aber in ein größeres Kameragehäuse verbaut.
Das Objektiv ähnelt denen der Systemkameras, wo sich Zoom und Schärfe bei Bedarf manuell einstellen lässt, ist aber im Gegensatz fest an dem Gehäuse verbaut und lässt sich nicht wechseln.
Sie bieten oft sogar einen deutlich größeren Zoomfaktor als die Kit-Objektive von Systemkameras und ersparen einen das Wechseln und Herumtragen von verschiedenen Objektiven wie bei Systemkameras.
Neben den Automatikfunktionen haben fast alle Modelle auch einen Modus für das manuelle Fotografieren.
Da der Sensor meist nicht größer als 1 Zoll ist, bleibt die Bildqualität auf einem leicht höheren Niveau als bei Kompaktkameras. Die Bildqualität bei gutem Licht ist gut, nimmt bei schlechtem Licht jedoch deutlich ab.

c) Kamera Typ: Systemkameras

Systemkameras sind Geräte mit austauschbaren Komponenten. Die bekanntesten sind hier die DSLRs – die digitalen Spiegelreflexkameras. Aber auch spiegellose Systeme sind immer mehr im Kommen.
In der Grundausstattungen bestehen diese meist aus einem Kameragehäuse und einem Objektiv, das sich wechseln lässt. Aber auch anderes Zubehör wie Blitzgeräte können mit Systemkameras zusammenarbeiten. Sie sind also ausbaubar und bieten daher die beste Grundlage Profis oder ambitionierte Hobbyfotografen.
Sie ermöglichen den vollen und schnellen manuellen Zugriff auf ISO, Blende und Belichtungszeit, sind aber dank zahlreicher Motiv und Automatikfunktionen auf Wunsch auch genauso einfach zu bedienen wie Kompaktkameras.
Zudem reagieren Systemkameras meist deutlich schneller als Kompaktkameras und schaffen mehrere Bilder in einer Sekunde – perfekt für Bilderserien oder bewegte Motive.
Die Bildqualität ist Dank des großen Bildsensors und hochwertigen Wechsel-Objektiven nicht zu schlagen.
Der große Nachteil der Systemkameras ist, dass sie relativ groß und schwer sind. Das führt dazu, dass die Systemkameras im Urlaub öfter in der Kameratasche verbleiben.
Inzwischen gibt es auch Systemkameras ohne Spiegel, die meist kleiner und leichter sind als die Systeme mit Spiegel. Sie brauchen allerdings mehr Strom, da das Sucherbild elektronisch dargestellt wird. Hier sollte man also darauf achten, dass man immer ausreichend geladene Akkus dabei hat.

3.) Kamerakauf: Die Herstellerfrage

a) Freunde und Bekannte fragen

Gerade bei Systemkameras ist es ratsam, Freunde und Bekannten nach ihren Kameras und Erfahrungen zu fragen. Sind sie damit zufrieden? Was fehlt ihnen? Was sind ihre Erfahrungen? Vielleicht darf man die Kamera mal ausprobieren und sich selber ein Bild machen.

Kamerakauf - Was ist beim Kamerakauf zu beachten

© https://pixabay.com/de/kameras-fotografie-objektive-691843/

b) Altes Zubehör

Falls man bereits Zubehör eines Herstellers besitzt, ist es natürlich vorteilhaft eine Kamera zu wählen, die mit diesem Zubehör kompatibel ist. Dies betrifft besonders Objektive, auch wenn diese bereits viele Jahre oder vielleicht auch Generationen alt sind. Alte Objektive haben oft einen ganz eigenen Charme, den viele Fotografen schätzen.
Falls die Kompatibilität nicht gegeben sein sollte, lassen sich auch spezielle Adapter erwerben!

c) Ausbaufähigkeit und Folgekosten

Bei der Wahl des Herstellers und des Models sollte man auch auf die Folgekosten blicken. Wieviel und welches Zubehör bietet der Hersteller für das gewählte Model an und wie teuer ist dieses? Gibt es Fremdhersteller die Zubehör für mein gewähltes Model günstig anbieten?

So ist derzeit eine 32Gb Class10 SD-Speicherkarte für unter 10€ erhältlich. Eine gleichwertige CF-Speicherkarte kostet 3-4mal so viel.
Eine 50mm Festbrennweitenobjektiv mit Blende 1.8 kostet von Sony derzeit 299€ (unverb. Preisempfehlung). Das Pendant von Canon ist bereits für 129€ (unverb. Preisempfehlung) erhältlich.

4.) Kamerakauf: Günstig ist gut – Beratung oft besser

Der Kamerakauf ist eine kostspielige Sache und daher möchte man natürlich so viel wie möglich dabei sparen. Preissuchmaschinen bieten hier eine gute Orientierung. Doch der günstigste Anbieter muss nicht zwangsläufig der Beste sein. Besonders als Einsteiger lohnt sich eine umfangreiche Beratung in einem Fotofachgeschäft. Das kostet eventuell ein paar Euro mehr, schütz aber vor einem Fehlkauf. Außerdem kann man hier die Kamera anfassen und ausprobieren! Ein wesentlicher Vorteil gegenüber dem Onlinekauf.

Kamerakauf - gute Beratung

© https://pixabay.com/de/kamera-kanon-digital-fotograf-1081821/

5.) Kamerakauf: Die Kamera ist nur so gut wie der Fotograf

Eine Kamera ist ein Werkzeug. Sobald man sich für ein Model entschieden hat sollte man sich intensiv mit seiner neuen Kamera befassen. Umso besser man seine Kamera kennt, umso besser werden die Bilder! Datenblätter, Fotografie-Foren und Fachliteratur bieten gute Einblicke in die technischen Eigenheiten der Kamera, aber noch viel wichtiger ist das Ausprobieren!

Wer seine Kamera intensiv kennt und blind bedienen kann, holt viel mehr aus seiner Kamera und verpasst keinen Schnappschuss mehr!

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