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Mittwoch

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Mai 2011

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Tilt shift mit Photoshop, Lightroom und TiltShift Generator

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Heute wollen wir bei einem Foto nachträglich den populären Miniatur-Effekt mit Hilfe von Photoshop, Lightroom und dem TiltShift Generator erzeugen. Je geringer der Schärfentiefebereich eines Fotos ist, um so kleiner wirken auf den Betrachter die dargestellten Objekte.

Diesen aus der Großformat-Fotografie bekannten Effekt kann man mit einer Kleinbild-Spiegelreflexkamera unter Verwendung eines Tilt-Shift-Objektives nachahmen. Diese speziellen Objektive lassen ein Neigen der Schärfe-Ebene zu, so dass die Bildebene nicht mehr parallel zur Bildsensorfläche verläuft, sondern diese schneidet. Da solche Objektive, wie z. B. das Nikon 24mm / 3,5D PC-E NIKKOR ED Objektiv, aber sehr teuer sind, werden wir den Effekt in Photoshop, Lightroom und dem kostenlosen TiltShift Generator (App für iPhone, iPad und Adobe Air) nachbauen. Eine weitere, nicht so teuere Möglichkeit, bieten die Lensbaby Objektive, welche für verschiedene Kameratypen angeboten werden (z. B. für Nikon Lensbaby Muse Plastic Optic LBMPN – Nikon F,Lensbaby Composer für Nikon F – z.B. D300 D90 D60 D40).

 

Lightroom

In Adobe Lightroom benutzen wir dafür das Verlaufswerkzeug (Shortcut ‚M‘). Stellt die Schärfe auf -100 und zieht den Verlauf von oben her entlang der Schärfeebene auf. Parallel dazu ziehen wir nun einen Verlauf von unter her auf. Um den Unschärfebereich noch zu verstärken, ziehen wir jeweils noch einen weicheren Verlauf mit den gleichen Einstellungen auf. Der Effekt ist nicht so stark, wie gewünscht. Man könnte noch weitere Verlaufsebenen erstellen, um den Effekt zu verstärken, jedoch sinkt, je nach Leistung des PCs, die Bearbeitungsgeschwindigkeit mit jeder weiteren Ebene beträchtlich.

 

TiltShift Generator

Die TiltShift Generator App gibt es für das iPhone, iPad und als Desktop-Variante für Adobe Air. Letzteres habe ich für dieses Tutorial verwendet.

Die Software bietet radialen und linearen Blur und weitere Einstellungsmöglichkeiten z. B. zur Farbsättigung. Für unseren Effekt benötigen wir den linearen Blur, den man intuitiv mit der Maus aufziehen und drehen kann. Über die Schieberegler stellt man im Anschluss die Blurstärke ein und passt die Farbsättigung, den Kontrast und die Vignettierung an, um den gewünschten Look zu erzielen. Man kann nach Belieben an den Stellschrauben der App drehen, um den Effekt anzupassen. In der App ist genau das drin, was draufsteht. Nicht mehr und nicht weniger.

 

Photoshop

Zuerst erstellen wir eine Kopie des Backgrounds. Mit der Q-Taste wechseln wir in den Maskierungsmodus und wählen anschließend das Verlaufswerkzeug (Shortcut ‚G‘) aus. Das Werkzeug stellen wir nun noch auf reflektierten Verlauf und ziehen unseren Verlauf auf der kopierten Ebene auf. Der Anfang des markierten Verlaufs stellt später die Mitte des Schärfebereichs dar. Wir verlassen den Maskierungsmodus mit ‚Q‘.

Nun wählen wir den Filter Lens Blur aus dem Menü Blur (Weichzeichnen) aus. Als Startpunkt kann man die Einstellungen aus der Abbildung 2 übernehmen und soweit anpassen bis man vom Ergebnis überzeugt ist.

Um den Modellcharakter noch mehr zu betonen, erstellen wir noch eine Einstellungsebene Hue/Saturation und heben die Sättigung auf 30-40% an. Die Wirkung kann noch durch Anheben des Kontrasts mit einer Einstellungsebene  Curves (Abbildung 4) verstärkt werden.

 

Motivauswahl

Für ein zufriedenstellendes Ergebnis ist die Motivauswahl mindestens so wichtig, wie die anschließende Bearbeitung. Besonders gut funktionieren Aufnahmen aus der Vogelperspektive, die einen starken Kontrast aufweisen. „Matschige“ Bilder mit geringem Kontrastumfang führen meist trotz aufwändiger Manipulation nicht zum gewünschten Resultat.

Viel Spaß beim Experimentieren.

Foto © pixelrakete | Thomas Reisser

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