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November 2016

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Teil 3: Auflösung & Bildgröße

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Nachdem wir uns in den letzten Themen ausführlich mit den Farben von digitalen Bilddateien und Druckprodukten beschäftigt haben, befassen wir uns hier mit den Größen von digitalen und analogen Bildern.

Die Begriffe Auflösung, Bildgröße und DPI/PPI sorgen teilweise immer noch für große Verwirrung – selbst unter Profis.So erhält man als Fotograf oder Grafiker immer wieder Wünsche wie: „Wir brauchen das Bild bitte in 300dpi“ oder „Ist das Bild groß genug, um es in A3 zu drucken?“ Dieser Beitrag bietet Hilfe!

I. Die häufigsten Missverständnisse

Bei den Begriffen Bildgröße und Auflösung kommt es immer wieder zu Missverständnissen, da sie je nach Einsatzgebiet in unterschiedlichen Zusammenhängen genutzt werden.

Die Bildgröße ist ein geometrisches, absolutes Maß das beschreibt, wie groß ein Bild ist.

Die Auflösung dagegen ist eine relative Größe, die immer im Bezug zu einer zweiten Einheit gesetzt werden muss. Sie beschreibt, wie viele Bildinformationen auf einer bestimmten Länge dargestellt werden.

II. Bildergröße bei Datei & Druck

Die Bildgröße ist eine feste Größe. Wir können sie entweder durch Angaben von cm, inch oder verwandten Einheiten (analog), oder durch ihre Anzahl von Pixel (digital) angeben. Das Seitenverhältnis beschreibt dabei, in welchem Verhältnis die lange und kurze Seite des Bildes stehen.

1) Bilddatei

Die Größe von digitalen Bildern wird durch ihre Abmessungen (Breite x Höhe) in Pixel angegeben. So hat Foto, dass mit einer Kamera mit 17,9 Megapixel aufgenommen wurde, eine Bildgröße von 3456 x 5184 Pixel, bei einem Seitenverhältnis von 3:2. Diese Größe lässt sich auch aus den Metadaten einer Bilddatei entnehmen. Die Größe einer Bilddatei kann NIE durch Inch oder cm ausgedrückt werden.

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2) Print

Die Größe eines gedruckten Bildes wird durch ihre Abmessungen (Breite x Höhe) in Inch oder cm beschrieben. So kann ein analoges Bild z.B. 8 x 12 cm oder 150 x 195 cm groß sein,aber NIE durcheine Anzahl von Pixel beschrieben werden.

III. Auflösung bei Datei & Druck

Die Auflösung ist eine relative Größe, bezieht sich also immer auf eine zweite Größe, und ist Wiedergabe bezogen. Auch hier müssten wir wieder zwischen Bilddatei und dem Ausdruck eines Bildes unterscheiden:

1) Bilddatei auf dem Computer

Ein Foto, dass mit einer Kamera mit 17,9 Megapixel aufgenommen wird, wird auch durch seine 17,9 Millionen Bildinformationen (Pixel) aufgelöst. Die Bezugsgröße ist hier das Bild als Einheit.Dabei spielt es keine Rolle, wie groß oder klein die einzelnen Pixel dargestellt werden, da ist sich die Menge der Bildinformationseinheiten dabei nicht verändert.Es wird lediglich die Größe des Bildrasters verändert.

2) Bild als Ausdruck

Die Auflösung eines gedruckten Bildes wird ebenfalls durch seine Menge an Bildinformationen beschrieben, diese sind aber keine digitalen Pixel, sondern kleine gedruckte Farbpunkte. Zur Beschreibung verwendet man den Begriffe DPI (DotsPer Inch). Je mehr Druckpunkte auf die zu bedruckende Oberfläche aufgetragen werden, desto feiner aufgelöst erscheint das gedruckte Bild.

Die Bezugsgröße ist als die Maßeinheit Inch.

IV. DPI – PPI – Verstehen und unterscheiden

Möchte man nun ein digitales Bild analog drucken, muss der Drucker wissen, wie viele Pixel er auf eine bestimmte Länge drucken soll und wie groß die Pixel dementsprechend sind. Hierfür verwenden wir die Angabe der PPI (Pixel Per Inch / Pixel pro Inch). Wir sagen dem Drucker also, wie viele Pixel auf eine Länge von einem Inch (entspricht etwa 2,54 cm) aufgebracht werden sollen.  Umso größer die einzelnen Pixel gedruckt werden, umso „pixeliger“ erscheint das Bild bei gleichbleibendem Betrachtungsabstand.

Eine gängige Auflösung im Digitaldruck ist z.B. 150ppi. Dabei werden 150 einzelne Pixel auf eine Länge von einem Inch (entspricht etwa 2,54 cm) aufgebracht. D.h. jeder einzelne Pixel hat hier eine Größe von etwa 0,16mm. Verwende ich dagegen nur eine Auflösung von 72ppi, kann ich das Bild etwa doppelt so lang und doppelt so breit ausdrucken. Dafür ist dann jeder einzelne Pixel mit etwa 0,35mm etwa doppelt so groß. Das Bild ist also größer, aber dafür gröber aufgelöst.

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                        72ppi                                                      150ppi                                            300ppi
Vergleich der Druckauflösungen bei 8x12cm (vergrößert)

Wie fein ein Bild gedruckt werden muss um keine einzelnen Pixel zu erkennen zu können, hängt vom Betrachtungsabstand ab. Für Plakate oder Poster kann man die Auflösung meist auf 75ppi oder weniger reduzieren. Komplexe und feine Bilder, die man aus der Nähe betrachten soll, erfordern eine höhere Detailgenauigkeit. Hier kommen oft 1200ppi oder mehr zum Einsatz.

Hat ein Bild nicht ausreichend Pixel, um es mit einer bestimmten PPI auf eine gewisse Größe zu drucken, hat man die Möglichkeit, es nachträglich größer zu rechnen. Professionelle Bildbearbeitungsprogramme bieten hierfür sogenannte Interpolationsverfahren an (z.B. Bikubische Interpolation). Dabei werden fehlenden Pixel vom Computer künstlich errechnet und der Qualitätsverlust verringert.

Bei digitalen Bildern macht eine Angabe von PPI oder DPI aber keinen Sinn und ändert NICHTS an der Bildqualität. Hier zählt nur die absolute Anzahl an Pixeln. Sollte in den Metadaten eines Bildes bereits ein DPI/PPI Wert eingetragen sein, ist dieser lediglich als Vorschlag für die Ausgabegröße zu verstehen.

In der Praxishat sich der Begriff DPI zu einem Synonym von PPI entwickelt, vermutlich, weil dieser einfach schon geläufiger war. Daher verwenden selbst Bildbearbeitungsprogramme oft fälschlicherweise den Begriff DPI, obwohl es eigentlich um PPI geht.

V. Anwendung von PPIs in der Praxis

In der Praxis tauchen einige Fragen bezüglich der Druckgröße und Auflösung immer wieder auf, die sich mit folgender Gleichung einfach klären lassen:

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Diese Formel lässt sich mathematisch nach Ihren Variablen umstellen:

Möchte man wissen, wie groß man ein Bild mit einer bestimmten Auflösung drucken kann, verwendet man die Formel:
Größe in cm = (Größe in Pixeln / Auflösung in PPI) * 2,54(cm/Inch)

Wenn man nicht weiß, wie viel Pixel das Bild mindestens braucht, um mit einer bestimmten Auflösung in einer bestimmten Größe gedrucktwerden zu können, verwendet man diese Formel:
Mindestgröße in Pixeln = (Auflösung in PPI / Größe in cm) * 2,54(cm/Inch)

Und wenn man wissen möchte, welche Auflösung ein Bild bei einer festen Druckgröße erreichen kann, verwendet man folgende Formel:
Auflösung in PPI = (Größe in Pixeln / Größe in cm) * 2,54(cm/Inch)

Rechenbeispiel:

Ein Bild soll auf DIN A3 (42,0cm x 29,7cm) mit 300ppi gedruckt werden. Welche Größe in Pixeln muss ein Bild mindestens haben, damit es zu keinem Qualitätsverlust kommt:

Mindestgröße in Pixeln (Lange Seite) = (300 (Pixel /Inch) x(42,0cm / 2,54 (cm/Inch))

= 300 (Pixel /Inch) x 16,5 Inch

=4950 Pixel

Mindestgröße in Pixeln (Kurze Seite) = (300 (Pixel /Inch) x (29,7 cm / 2,54 (cm/Inch))

= 300 (Pixel /Inch) x 11,7 Inch

= 3510 Pixel

Möchten wir also ein Bild mit 3456 x 5184 Pixeln mit 300ppi auf DinA3 drucken, ist das Bild auf der langen Seite groß genug. Auf der kurzen Seite, haben wir mit 3465 etwas weniger als die geforderten 3510. In der Praxis sollte diese kleine Abweichung von 55 Pixeln aber zu keinem sichtbaren Qualitätsverlust führen.

Wer sich diese Arbeit sparen möchte, kann hier auch auf einen Pixel-Rechner zurückgreifen. Einen solchen gibt es als App (z.B. PX DP Converter Calculator) oder online (z.B. https://www.blitzrechner.de/pixel-zentimeter-umrechnen/ ).

Für eine erste grobe Einschätzung der Bildqualität reicht es aus, das Bild mit 100% Skalierung wiederzugeben. Dabei wird jedem Pixel des Monitors 1:1 ein Pixel des Bildes zugewiesen. Hierbei kann man bereits erkennen, wie stark das Bild pixelt oder ob es zu anderen Artefakten kommt.

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Wiedergabe mit 100% Skalierung in Adobe Photoshop

VI. Hinweise zu Linien und Schriftgrößen

Schriftgrößen und Linien werden meistens in Punkt (pt) angegeben. Ein Punkt ist definiert als 1/72 Inch. Ein Punkt entspricht also einer Größe von 0,38mm.

Um eine gute Lesbarkeit zu gewährleisten sollte man im konventionellem Druck Schriftgrößen unter 6 Punkt vermeiden. Dunkle Linien auf hellem Hintergrund sollten mindestens 0,25 Punkt dick sein. Helle Linien auf dunklem Hintergrund mindestens 0,5 Punkt.

Kommen Veredelungsverfahren wie Folienprägung oder Relieflack zum Einsatz, müssen Schriften und Linien ggf. größer angelegt werden. Die genauen Angaben gibt es bei der Druckerei Ihres Vertrauens.


Ausblick:

Im nächsten Teil befassen wir uns mit dem Thema Randanschnitt und wie man diesen korrekt anlegt. Bis dahin, viel Freude beim Fotografieren und Drucken der Bilder.

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