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Mittwoch

10

Oktober 2012

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Lichtmalerei – Lightwriting

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Lightwriting

Das Thema „Light Writing“/“Light Painting“ oder im deutschen „Lichtmalerei“ wird vor allem für Hobbyfotografen dann interessant, wenn die Tage wieder kürzer werden und es früher dunkel wird.
Wir wollen euch deshalb heute die Lichtmalerei vorstellen und euch erläutern, was es damit auf sich hat und welche Voraussetzungen dafür gegeben sein müssen.

Worum handelt es sich bei der Lichtmalerei?

Lichtmalerei ist eine Technik in der Fotografie bei der die Fotografien entweder draußen in der Dunkelheit oder in verdunkelten Räumen entstehen. Die Besonderheit dieser Fotografien besteht darin, dass durch die Bewegung einer oder mehrerer Lichtquellen und durch Langzeitbelichtung unterschiedlichste Lichtmalereien entstehen. Die Lichtmalerei kann durchaus als eine Art Kunst betrachtet werden.
Aufgetaucht ist die Lichtmalerei das erste Mal um 1935, als der amerikanische Fotograf Man Ray eine Fotoserie veröffentlichte, die er „Space writing“ nannte. Aber auch bekannte Künstler wie Pablo Picasso liessen sich von der Lichtmalerei inspirieren und so entstanden auch hier einige Langzeit-Aufnahmen dieser Lichtkunst. Bis heute gibt es immer wieder Künstler, die diese Technik für ihre Fotografien einsetzen oder sich gar darauf spezialisiert haben. Unter den bekanntesten Lichtkünstlern heute findet man das Duo JanLeonard Wöllert und Jörg Miedza, die die Lichtmalerei sehr viel weiterentwickelt haben. Sie haben sich unter dem Namen LAPP in der Szene einen Namen gemacht. LAPP bedeutet „Light Art Perfomance Photography“. Ihre Langzeit-Aufnahmen sind faszinierend und es lohnt sich auf jeden Fall auf deren Internetseite vorbeizuschauen. http://www.lapp-pro.de

Wer sich noch umfassender dafür interessiert, dem sei das Buch „Faszination Lichtmalerei“ des Duos ans Herz gelegt. Es sind darin viele ihrer Langzeit-Aufnahmen zu finden. Ausserdem sind einige Interviews mit den Künstlern abgedruckt, in denen die beiden beschreiben, wie sie zu dieser Art Kunst überhaupt gekommen sind, wie sie sich zu einem Team gefunden haben und allem voran, wie ihre Kunst entsteht. Es sind zudem inspirierende Gedanken zur Lichtmalerei zu finden, bei denen klar wird, dass diese Art von Fotografie sehr entschleunigt ist und frei von jeglicher Hektik. Natürlich ist dieses Buch für den Laien und Anfänger mehr als Inspiration gedacht, denn als Anleitung, da die Fotografien, wie sie JanLeonard Wöllert und Jörg Miedza machen, jahrelange Erfahrung, viel Zeit, Geld und Geduld erfordern.

Um jedoch dem Hobbyfotografen nicht gleich die Motivation zu nehmen: Man muss nicht gleich der große Künstler sein, um die Lichtmalerei auszuprobieren.
Also, schnappt eure Kamera, geht nach draußen, sucht euch am Abend oder in der Nacht (je nach Jahreszeit) einen dunklen Ort, möglichst weit weg von der Zivilisation und probiert einfach mal aus.
Geeignete Orte sind beispielsweise Seen, Flüsse oder Felder. Der Grund dafür, dass die nächste Stadt möglichst weit weg sein sollte, ist, dass vor allem größere Städte sehr viel Licht streuen. Die Lichtmalerei erfordert jedoch möglichst viel Dunkelheit, erst dann entstehen die besten Fotografien. Aber auch alte Gebäude oder Ruinen können für die Lichtmalerei geeignet sein. Hier ist jedoch Vorsicht geboten. Verlassene Gebäude sind oft gefährlich und das Betreten ist verboten. Erkundigt euch lieber vorher, wo ihr reindürft und wo nicht. Sich die Location im Vorfeld bei Tag anzuschauen ist zudem von Vorteil.

Die Lichtmalerei ist ein besonderes Erlebnis, was sicher jeder, der sie schon einmal ausprobiert hat, bestätigen kann. In der Dunkelheit werden die Sinne geschärft, man kann Dinge sehen und hören, die am Tag verborgen bleiben. Und jegliche Hektik bleibt zurück.

Wichtig für die Lichtmalerei ist eine geeignete Ausrüstung. Zunächst ist es wichtig, dass Ihr eine Kamera verwendet, mit der ihr Langzeitaufnahmen durchführen könnt. Bei der Lichtmalerei sind Belichtungszeiten von mehreren Sekunden über Minuten bis hin zu Stunden möglich und nötig. Auch hier heißt die Devise: Ausprobieren. Je nach Grad der Dunkelheit muss die Belichtungszeit kürzer oder länger eingestellt werden.
Dazu braucht ihr unbedingt ein Stativ. Bei derartigen Belichtungszeiten ist es unmöglich, die Kamera von Hand so ruhig zu halten, dass die Bilder nicht verwackelt sind. Wenn Ihr alleine zum Fotografieren geht, dann benötigt ihr zudem einen Fernauslöser. Seid ihr zu zweit oder mehr Leute, braucht ihr ihn natürlich nicht, da dann einer von euch ständig hinter der Kamera stehen kann, während die anderen vor der Kamera performen.

 

Das Wichtigste bei der Lichtmalerei ist aber natürlich die Lichtquelle. Hier ist eure Fantasie gefragt. Ob Taschenlampe, Kerze, Fackel, LED-Lampe, Strahler, Knicklichter, Lichterketten. Die Liste kann unendlich weitergeführt werden. Auch mehrfarbige Lichtquellen sowie Lichtquellen mit unterschiedlichen Lichttemperaturen sind spannende Medien für die Lichtmalerei. Wer etwas Geld investieren möchte, der kann sich auch mit Lichtquellen aus der Königsklasse ausstatten, die laut Erfahrung des LAPP-Duos für die Lichtmalerei am besten geeignet sind. Und zwar werden diese LED-Lichter von der Firma LED Lenser hergestellt (http://www.ledlenser.com).

Aber für den Anfang genügt das, was ihr zuhause findet. Vor dem ersten Versuch schadet es nicht, sich zu überlegen, was man „malen“ möchte und das ein wenig zu üben. Die Lichtmalerei verlangt einen gewissen Grad an Körperbeherrschung. Die meisten Anfänger beginnen mit einer Lichtquelle geschriebenen Botschaften oder Zeichen. Gerade bei Schriften ist zu beachten, dass spiegelverkehrt und von rechts nach links geschrieben werden muss. Das erfordert ein wenig Übung.
Ansonsten zieht einfach los, seid kreativ, habt Spaß und erfreut euch an den tollen Bildern, die daraus entstehen.

Quellen und Bilder: wikipedia.de, rafoto, BURNBLUE, Thomas Rockstar

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