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Dienstag

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Januar 2016

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Langzeitbelichtung bei Nacht

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Langzeitbelichtung bei Nacht

Nachdem wir erklärt haben, was Langzeitbelichtung ist und was man damit machen kann, gehen wir jetzt ans Eingemachte. So funktioniert das Fotografieren mit der Langzeitbelichtung bei Nacht:

Nachdem wir unser Motiv und den geeigneten Bildausschnitt gewählt haben, stellen wir die Kamera stabil und geschützt vor Erschütterungen auf (Stativ!) und schließen ggf. einen Fernauslöser an. Wir gehen in den AV-Modus (Zeitautomatik, Blendenvorwahl) und wählen eine hohe (geschlossene) Blende (z.B. f.11 – f.22). Die Kamera wählt nun automatisch die nötige Belichtungszeit, um das Motiv korrekt zu belichten. Nun fokussieren wir (automatisch oder manuell) und betätigen den Selbstauslöser (oder nutzen die Selbstauslösefunktion) und warten den Belichtungsvorgang ab.

Langzeitbelichtung bei Nacht

© https://pixabay.com/de/autobahn-nacht-verkehr-licht-216090/

ACHTUNG:
Blinkt die größtmögliche Verschlusszeit auf dem Kameradisplay, ist die Blende zu weit geschlossen und das Bild wird unterbelichtet. In diesem Fall muss die Blende weiter geöffnet oder ein höherer ISO Wert gewählt werden.

Jetzt kontrollieren wir unsere Aufnahme (ggf. mit Hilfe des Histogramms und der Übersteuerungsanzeige). Wenn es uns gefällt: super!

Erscheint uns das Bild noch zu hell oder dunkel, justieren wir mit der Belichtungskorrektur (EV) die Helligkeit nach (z.B.-1/3EV) und machen einen neuen Versuch, bis wir das gewünschte Ergebnis erreichen.

Wünschen wir uns stärkere Bewegungsunschärfen, schließen wir die Blende noch weiter oder wählen einen kleineren ISO Wert (– sofern jeweils möglich). Dadurch kann das Motiv noch länger belichtet werden.

Was ist der „Bulb-Modus“?

Üblicherweise liegt die längste, mögliche Verschlusszeit bei Spiegelreflexkameras bei 30 Sekunden. Abhilfe schafft der sog. „Bulb-Modus“. Hier wird das Motiv solange belichtet, solange der Auslöser der Kamera gedrückt gehalten wird. Bei dieser Methode ist allerdings unbedingt ein Selbstauslöser nötig, um ein wackelfreies Bild zu erhalten.

Die meisten Selbstauslöser haben zusätzlich eine Einrast-Funktion. Dadurch müssen wir nicht daneben stehen und den Auslöser gedrückt halten, was bei Belichtungszeiten von mehreren Minuten wirklich von Vorteil ist.

Vorteilhaft am „Bulb-Modus“ ist, dass man jetzt Start und Ende der Bewegung vorgeben kann. Dies eignet sich hervorragend für Bilder von Feuerwerk oder anderen Lichtspuren.

Langzeitbelichtung - Feuerwerk

Ein Nachteil ist, dass die Kamera jetzt nicht mehr automatisch die korrekte Belichtungszeit wählt. Bilder können jetzt ggf. unter- oder überbelichtet aufgenommen werden. Hier hilft dann nur Erfahrung, ausprobieren oder rechnen:

Wir können dafür erst den AV-Modus zum Messen nutzen und die Werte dann manuell in den „Bulb-Modus“ übertragen. Wünschen wir uns beispielsweise eine doppelt so lange Belichtungszeit von 60 statt 30 Sekunden, müssen wir die Blende genau um eine volle Blendenstufe schließen (z.B. von f.11 auf f.16). Dadurch fällt wieder dieselbe Menge Licht auf den Sensor wie bei 30 Sekunden.

Im dritten Teil unseres Artikels zur Langzeitbelichtung erklären wir, wie die Langzeitbelichtung bei Tag funktioniert.

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