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Montag

16

Mai 2011

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Fotos mit Nik Sharpener Pro scharfzeichnen – Photoshop Tutorial

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Als Alternative zu den beiden vorangestellten Tutorials zum Scharfzeichnen von Fotos, zum einen Scharfzeichnen mit dem Hochpass-Filter und zum Anderen die Verwendung des Selektiv Scharfzeichnen Filters, stellt der Softwarehersteller Nik Software ein externes Plugin für Photoshop (und Photoshop Lightroom) zur Verfügung.

Nik Sharpener Pro in der Version 3.0 ist ein externes Software Plugin, welches zusätzlich zu Photoshop für ca. 199,95 Euro erworben werden kann. Dies ist, wenn man bedenkt, dass Adobe Photoshop Lightroom ähnlich viel kostet ein stolzer Preis. Deshalb wollen wir das Plugin einem ordentlichen Test unterziehen und feststellen, ob sich der Kauf eines solchen Plugins rentiert und falls ja, für wen es in Frage kommen könnte.

Als Beispiel-Foto haben wir dieses mal ein Foto aus dem eigenen Fundus ausgewählt, dem noch keine Bearbeitung zu Gute gekommen ist. Das Foto wurde mit einer Blende von 2.8 aufgenommen, was zur Folge hat, dass die nahen Bildbereiche unscharf sind. Diese wollen wir uns im weiteren Verlauf des Tutorials genauer ansehen.

Über Nik Sharpener Pro 3.0

Nik Sharpener Pro 3.0 installiert sich als extra Plugin in Photoshop und nach der Installation erscheint es neben der Auflistung im Filter-Menü, als eigenes Tool-Fenster in Photoshop (siehe Abbildung rechts). Etwas ärgerlich finde ich, dass es keine Möglichkeit gibt, das Fenster des Plugins an die Photoshop internen Fenster „anzudocken“ und so gemeinsam zu verschieben. Ich gehe davon aus, dass es alleine von der Architektur von Photoshop aus nicht möglich ist.

Auf den ersten Blick muss ich sagen, war ich mir nicht ganz sicher, was ich in diesem Fenster machen kann und soll. Da ich keine RAW Datei hatte und auch keinen direkten Output (in der Regel Abspeichern) des Bildes durchführen wollte, führte mein Weg erst mal über Filter > Nik Software um festzustellen, dass die Menüpunkte hier genau so lauten. Also wählte ich den Punk Output Sharpener.

Daraufhin öffnet sich ein neues Fenster, losgelöst von Photoshop (s. Abbildung links) mit einer Mini-Ansicht des Fotos. Was mich hier gleich auf den ersten Blick störte ist, dass ich keine Möglichkeit habe, zu sehen, auf welcher Zoomstufe das Foto dargestellt wird. Hat man dann erst mal die Lupe rechts oben bei den Werkzeugen gefunden und auf das Bild geklickt, so hat man das Foto dann in einer 100% Darstellung, jedoch gesagt wird einem das nicht. Ein stufenloses Zoomen wie in Photoshop scheint leider nicht möglich zu sein, was mich etwas stört.
Im rechten Teil des neuen Fensters findet sich eine ganze Leiste mit Einstellungsmöglichkeiten, die Werkzeuge sind rechts oben im Eck versteckt und links unten findet man noch die Möglichkeit die Standart-Einstellungen des Programms zu verändern.

Die Einstellungen in Nik Sharpener Pro 3.0

Um einen detaillierteren Eindruck der Einstellungen in Nik Sharpener Pro 3.0 in der Demoversion zu gewinnen, vergrößere ich nun mein Foto erst mal zu einer 100% Ansicht. Es ist besonders wichtig, dass Ihr Euere Fotos immer in einer Darstellung von 100% anseht, denn damit fällt die tatsächliche Beurteilung der Qualität leichter.

Unter dem Punkt „Ausgabeschärfe“ würde ich auf alle Fälle „Anzeige“ aktiviert lassen. Die anderen Einstellungen scheinen mir bislang nach einem ausführlicheren Test nicht sinnvoll und praktikabel.

In diesem Beispielfoto gibt es die „Problematik“ der extremen Unschärfe im Vordergrund. Diese will ich nun so gut es geht entfernen. Zuerst habe ich, ähnlich wie ich es in Photoshop ebenfalls machen würde, zuerst die Gesamtschärfe des Fotos angehoben und ein wenig die Einstellungen direkt in der Mitte des seitlichen Menüs ausprobiert. Der Effekt den ich hier erhalten hatte, waren extreme Halos um die Kanten, was für mich die globale Anhebung der Bildschärfe nicht akzeptabel macht.

Was Nik Sharpener Pro auszeichnet und was es besser kann als andere Programme

Nik Sharpener Pro ist dazu in der Lage, selektiv und radial den Einfluss von Filtern auf einem Foto einzusetzen. In diesem Beispielbild habe ich Euch mal einen Screenshot mit einem „Schärfepunkt“ angefügt.

Im rechten Menü findet Ihr dazu den Unterbereich „Selektive Schärfe“. Darunter ist ein neues Werkzeug versteckt, das einen selektiven Schärfepunkt in das Foto per Klick mit der Maus in das Bild einfügt. Ihr könnt selbstverständlich den Schärfepunkt im Nachhinein auch noch verschieben, solltet Ihr später feststellen, dass er an der falschen Stelle sitzt.

Hier habe ich mit der Schärfung des prominentesten unscharfen Punktes im Foto begonnen, des Handlaufes der Treppe im Vordergrund unten im Foto. Ein Schärfepunkt hat hier schon ausgereicht, um den Schärfeeindruck an dieser Stelle zu verbessern. Wenn Ihr Euch die Abbildung links anseht, werdet Ihr feststellen, dass sich damit leider auch das Rauschen des Fotos an dieser verändert hat. Leider wird es in den „Schattenbereichen“ ziemlich stark.

Als zweiter Bereich, welchen ich hier bearbeiten muss, ist die rechte Bildhälfte mit dem sich nach oben fortsetzenden Handlauf. Auch dieser ist ziemlich unscharf. Aus diesem Grund habe ich einen weiteren Schärfepunkt hinzugefügt – siehe Screenshot auf der rechten Seite).
Auch hier fällt wieder auf, dass Rauschen des Fotos ziemlich extrem innerhalb des gewählten Schärfe-Radius wird. Eventuell liegt dies aber auch an der Vorschau, was ich aber später nach Anwendung des Filters noch prüfen will.

Nun bin ich mit dem Ergebnis eigentlich sehr zufrieden, bestätige meine Bearbeitung mit o.k. und es geht zurück nach Photoshop.

Beurteilung des Ergebnisses in Photoshop

Was mir gut gefällt, ist, dass Nik Sharpener Pro 3.0 die Bearbeitung nicht direkt auf den Hintergrund anwendet, sondern aus dem Hintergrund eine neue Ebene macht und der Filter darauf angewendet wird (Abbildung rechts). So kann man die Scharfzeichnungsebene immer noch im Nachhinein löschen, sollte das Ergebnis nicht zusagen.

Seht Ihr Euch aber das Ergebnisbild zum Vergleich (Abbildung links) an, so werdet Ihr feststellen, dass das Rauschen in den geschärften Bildteilen meiner Ansicht nach ziemlich stark mit Rauschen versehen ist. Außerdem haben sich die Farben verändert, sodass eigentlich ein anderer Farbeindruck einiger Bildbestandteile entsteht.

Aus Interesse habe ich nun noch ausprobiert, wie das Ergebnis hier mit Anwendung des Selektiv Scharfzeichnen Filters aus Photoshop aussehen würde, um die Leistung von Nik Sharpener Pro 3.0 besser beurteilen zu können.

Nik Sharpener Pro 3.0 im Vergleich mit Selektiv Scharfzeichnen Filter aus Photoshop

Hier habe ich den Selektiv Scharfzeichnen Filter aus Photoshop mit der Einstellung „Tiefenschärfe abmildern“ verwendet. Mehr über das „Wie?“ findet Ihr auch hier im Tutorial. Wenn Ihr Euch nun noch mal das Foto im Vergleich (rechts) anseht, werdet Ihr drei Dinge feststellen:

  1. Farbeindruck des Originals (siehe Treppenstufen) bleibt so gut wie erhalten
  2. Das Rauschen ist wesentlich geringer als mit Nik Sharpener Pro 3.0 in den dunklen Farben
  3. Der Schärfezuwachs im Foto ist geringer als mit Nik Sharpener Pro 3.0

Fazit

Nik Sharpener Pro 3.0 ist ein teures Plugin, das bei der Bildbearbeitung in Punkto Schärfegewinn behilflich ist. Es überzeugt durch die Möglichkeit, selektiv Bildanteile zu schärfen. Allerdings ist in unserem Testfoto aufgefallen, dass das Bildrauschen durch die Anwendung des Filters ziemlich extrem ist und mit dem Photoshop internen Filter „Selektiv Scharfzeichnen“ besser aussieht.

Meines Erachtens lohnt sich die Anschaffung höchstens für professionelle Bildbearbeiter, aber nicht für jedermann, der seine Fotos gelegentlich nachschärfen will.

Wenn Ihr es selbst ausprobieren wollt, findet Ihr unter dem Link oben zur Webseite von Nik Software auch eine Download-Möglichkeit eines Demos vom Hersteller, welches 15 Tage lang uneingeschränkt getestet werden kann. Am Besten Ihr probiert es selbst mal aus, um wirklich beurteilen zu können, ob sich für Euch die Investition von ca. 200 Euro in ein Plugin rentiert.

 

3 Comments

  1. KKM
  2. Gsxr1000
    • B.Moll

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