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Mittwoch

21

September 2016

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Druckvorbereitung Teil 2

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Teil 2: Farbräume und Profile

Im ersten Teil haben wir uns angesehen, was es mit den beiden Farbmodellen RGB und CMYK auf sich hat. In der Praxis sind Farbmodelle aber nicht besonders aussagekräftig.

So weiß man z.B. bei einem RGB Wert von 0/0/255 zwar, dass es sich um eine maximal helles und gesättigtes Blau handelt, aber noch nicht, wie dieses Blau nun in Wirklichkeit aussieht, wenn es auf Monitor oder Papier dargestellt wird.

Um dieses Problem zu lösen, gibt es Farbräume und Farbprofile

I. Was ist Farbmanagement und warum ist das wichtig?

Beim Fototgrafien, Bearbeiten und Drucken von Bildern hat jedes Gerät (Kamera, Monitor, Drucker) eine unterschiedliche Art, die eingehenden Farben zu interpretieren. Fotografiert man beispielsweise eine grüne Wiese, kann das Grün auf dem Monitor ganz anders aussehen als noch in der Kamera. Und der Drucker wird das Grün wiederum ganz anders darstellen als der Monitor. Selbst die Papier-Art, hat Einfluss auf die Farbdarstellung (z.B. matt vs. glänzend).

Aus diesem Grund wurde 1993 ein Hersteller übergreifender Standard festgelegt, der beschreibt, wie welcher Farbton wirklich auszusehen hat: das ICC-Farbmanagement.
Dabei wird jedem Bild, jedem Gerät und auch jedem Druckmaterialein eigens ICC-Profil zugewiesen.

II. Was machen Farbräume und Farbprofile?

1.Farbräume

Jedes Gerät, kann entsprechend seiner technischen Limitierungen, nur einen Ausschnitt der Farben wiedergeben, die ein Mensch sehen kann.

Um die Menge der darstellbaren Farben zu beschreiben, verwendet man eine grafische Darstellung des Farbraums. Zwei Achsen beschreiben den Farbton, mit einer zusätzlichen dritten Achse kann man zusätzlich die Helligkeitswerte definieren.

srgb-in-cielab

Der sRGB-Farbraumin einer dreidimensionalen Darstellung

Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/HSL_and_HSV#/media/File:Srgb-in-cielab.png

Da von den Begrenzungen vor allem die Farbsättigung der einzelnen Farben betroffen sind, ist die zweidimensionale Darstellung oft ausreichend und übersichtlicher. Wir verwenden hier einen Querschnitt des Farbraums.

ciexy1931_srgb-svg

Der sRGB-Farbraum in einer zweidimensionalen Darstellung

Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/8/8f/CIExy1931_sRGB.svg/1140px-CIExy1931_sRGB.svg.png

Die Größe des Farbraums wird begrenz durch die höchstmögliche Sättigung in allen Richtungen des Diagramms. Umso größer die Fläche, umso größer der Farbraum. Die Farbraum-Größe wird als „Gammut“ bezeichnet.

Um Farbräume zu vergleichen, müssen wir die Flächen nur übereinander legen:

colorspace

(Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/37/Colorspace.png)

Die Farben, die das menschliche Auge sehen kann, sind mithilfe der Hufeisenförmigen Farbfläche dargestellt. Die anderen Flächen stellen die Summe der Farben der beschriebenen Farbräume dar.  An dieser Darstellung können wir sofort erkennen, dass die beiden bekannten Arbeits-FarbräumesRGB und Adobe RGB im Bereich der Rotwerte fast deckungsgleich verlaufen. D.h. beide Räume können etwa dieselben Rottöne darstellen. Bei den Grünwerten unterscheiden sich beide Profile jedoch deutlich voneinander. Adobe RGB bietet gegenübersRGB eine deutlich höher Farbvarianz in den Grüntönen. Gegenüber ProPhoto RGB sind jedoch beide Farbräume deutlich unterlegen.

2.Farbprofile

Mit dem einbetten eines Farbraums ist zwar festgelegt, wie die Farben eines Bildes am Ende aussehen sollten, aber noch nicht, wie dies technisch erreicht werden kann. RGB-Farbräume sind wie CMYK-Farbräume geräteabhängig und können erst mit einem Geräteprofil exakt beschrieben werden.

Dazu muss das Profil des Bildes mit dem Gerätefarbraum des Wiedergabegeräts (z.B. Monitor, Beamer, …) so verrechnet werden, dass die Farben am Ende so aussehen, wie sie im Profil des Bildes vorgesehen sind. Wir sprechen hier vom Eingabeprofil und Zielprofil. Die Farbwerte bleiben dabei unverändert. Es handelt sich hierbei nur um die Interpretation der Farbwertedie in den Metadaten gespeichert werden. Der Vorgang ist also nicht destruktiv. Es kann ohne Qualitätsverlust beliebig oft zwischen den Profilen gewechselt werden.

Kann ein Wert des Eingabeprofils nicht 1:1 umgerechnet werden, weil z.B. das Zielprofil manche Farben des Eingangsprofils nicht unterstützt,wird ein Näherungswert berechnet.

Ein Sonderfall sind Softproof-Profile:

Ein Softproof-Profil simuliert das resultierende Bildergebnis auf einem anderen Gerät oder Medium als dem, das es eigentlich gerade anzeigt.

Beim Druck ist dies besonders nützlich, da sich hiermit das Druckergebnis bereits am Monitor simulieren lässt. Hierzu lädtmandieSoftproof-Datei der Druckerei in die Bildbearbeitungssoftware und die Software reduziert die Darstellung von Farben und Kontraste bereits auf dem Monitor, so wie sie nachher von den Profilen von Drucker und der Materialbeschaffenheit des Papiers reduziert werden. Dies funktioniert allerdings nur, wenn der Monitor vorher kalibriert worden ist. (Weitere Informationen über die Monitorkalibrierung folgen in Teil 5: „Warum der Monitor so wichtig ist“)

III. Welche Einstellungen sind die richtigen?

Sofern die Druckerei kein besonders Profil für ein bestimmtes Druckmaterial vorgibt, empfiehlt es sich mit dem allgemeinen sRGB-Farbprofil zu arbeiten. Dieses Arbeitsprofil bildet den kleinsten gemeinsamen Nenner zwischen Monitoren und Druckern.

1.Ändern des Farbprofils in Photoshop

Wenn man nachsehen möchte, welches Profil man benutzt oder dieses ändern möchte, geht man auf „Bearbeiten“ -> „In Profil umwandeln“

photoshop-profil-aendern-1

Hier lässt sich das gewünschte Profil einstellen.

photoshop-profil-aendern-2

2.Exportieren vonsRGB in Photoshop

Falls man nicht ohnehin bereits in sRGB arbeiten, lässt sich dies beim exportieren des Bildes ganz einfach einstellen:

„Datei“ -> „Exportieren“ -> „Für Web speichern“

photoshop-webexport_1

Und wählt hier das Häkchen „In sRGBkovertieren“ an.

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3.Farbmanagement in Lightroom

Lightroom arbeitet in einem eigenen Farbraum, der sehr ähnlich dem Farbraum ProPhotoRGB ist. Er verfügt über eine Bittiefe von 16 Bit und ist vorgeschrieben. Die Konvertierung in einen anderen Farbraum geschieht erst beim Export oder Druck von Fotos.

lightroom-export_srgb

Das Farbmanagement ist hier also stark vereinfacht und man muss sich keine Gedanken über den passenden Farbraum machen.

4.Wo erhalte ich ein Softproof-Profil

Posterunion versendet die Profile auf Anfrage. Einfach eine Mail an info@poster-union.de mit den Informationen, für welches Material man ein Softproof-Profil benötigt und man erhält dieses innerhalb kürzester Zeit.

In „Teil 5: Warum der Monitor so wichtig ist“ erfahrt ihr, wie man ein Softproof-Profil in die gängigen Bildbearbeitungsprogramme einbindet.

Ergänzendes YouTube-Video

In der nächsten Folge unserer Druck-Serie befassen wir uns mit den Themen Auflösung, Bildgröße und der Frage, was diese DPI und PPI eigentlich bedeuten.

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