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Mittwoch

24

August 2016

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Druckvorbereitung Teil 1

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Die richtige Vorbereitung für optimale Druckergebnisse

I.Einleitung

Beim Drucken von Bildern gibt es einige Dinge zu beachten. Eine falsche Handhabung kann dazu führen, dass Druckergebnisse nicht die gewünschte Qualität aufweisen.

Bei den technischen Vorgaben, die die Druckereien an die Bilddaten haben, begegnet man vielen Begriffen, die einen Nicht-Profi schnell noch verwirrter zurück lassen.

Wir hoffen mit dieser Beitrags-Serie Licht ins Dunkle bringen zu können!

 1. Der Unterschied von Bilddatei zu Druckprodukt

Wenn man ein Foto macht, findet dabei eine analog-digital-Wandlung statt. Das einfallende Licht wird durch die Kamera in digitale Bilddatenmit Farb- und Helligkeitsinformationen gewandelt. Die Bildatei enthält dabei die notwendigen Informationen, um das Bild auf einem Monitor, Display, Beamer oder einem anderen Wiedergabegerät darzustellen.

Möchte man dieses Bild nun drucken, kommt es zu einer zweiten Wandlung. Die digitalen Bilddaten müssen wieder in Farbpigmente überführt werden. Es findet also eine digital-analog-Wandlung statt. Die für den Druck bestimmte Bilddatei muss also die notwendigen Informationen enthalten, wie und in welchem Verhältnis die einzelnen Farbpigmente zusammengemischt und aufgebracht werden müssen. Dabei beeinflusst auch die Oberfläche des Druckprodukts die resultierende Farbwirkung.

2. Die Farbmodelle RGB und CMYK

Im Umgang mit Bildern und Drucksachen spielen zwei Begriffe immer wieder eine sehr große Rolle: RGB und CMYK. RGB und CMYK sind zwei unterschiedliche Farbmodelle, die durch unterschiedliche Mischungsverfahren von unterschiedlichen Grundfarben viele andere Farben erzeugen können.

a)Das additive Farbmodell: RGB (red – green – blue) für selbstleuchtende Systeme wie Monitore, Displays oder Kameras

Beim RGB-Modell handelt es sich um die selbstleuchtenden Primärfarben Rot, Grün und Blau (=RGB) – also farbiges Licht. Man spricht daher auch von „Emittierenden Farben“.

Die Ausgangsfarbe ist Schwarz. Mischt man alle drei Farben, erhält man Weiß. Und das lässt sich nicht drucken!

Das additive Farbmodell RGB wird daher für digitale Bilddaten verwendet, die für Betrachtung auf Displays und Monitoren produziert werden (darunter fallen auch die Bilder von Digitalkameras oder Scannern).
Nun muss man verstehen, dass jedes einzelne Pixel eines Monitors aus drei Subpixeln besteht – einem roten, einem grünem und einen blauen, die unterschiedlich hell leuchten können. Die resultierende Farbe und Helligkeit, die ein Pixel anzeigt, entsteht durch die Vermischung  des Lichts der dreiSubpixel. Je stärker die einzelnen Subpixel leuchten, desto heller erscheint das Pixel. Sind alle Pixel Schwarz, erscheint das Pixel auch Schwarz. Leuchten alle Pixel mit maximaler Stärke, erscheint der Pixel Weiß.

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Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Fl%C3%BCssigkristallanzeige#/media/File:Lcd_display_dead_pixel.jpg

Die Farbwertebereiche werden üblicherweise in Zahlen zwischen 0 (Schwarz) und 255 (maximale Helligkeit) angeben.

Beispiele

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rgbQuelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Additive_Farbmischung#/media/File:Synthese%2B.svg

a)Das subtraktive Farbmodel: CMYK (cyan, magenta, yellow und den Schwarzanteil key als Farbtiefe) für Druckprodukte

Beim CMYK-Modell kommen Reflektierende Farben zum Einsatz, die erst von einer externen Quelle angeleuchtet werden müssen um farbig zu erscheinen. Es handelt sich daher „Remittierende Farben“.

Diese Farben kommen beim Druck zum Einsatz. Das CMYK-Modell besteht aus den Grundfarben Cyan, Magenta, Yellow und Schwarz.

Mischt man CMY, erhält man Schwarz. Das „K“ dient dazu, ein richtig tiefes Schwarz zu erzeugen.

Dieses subtraktive Farbmodell wird für Druckanwendungen verwendet. Will man eine Bilddatei drucken, muss diese im CMYK-Modus angelegt werden.

Um dieses subtraktive Model zu verstehen, müssen wir uns an den Kunstunterricht zurück erinnern und uns einen Wasserfarbkasten vorstellen:
Die verschiedenen Farben lassen sich durch Vermischen der Farbpigmente der Primärfarben Cyan(C), Magenta(M) und Gelb(Y) erzeugen. Je mehr dieser Farben man zusammenmischt, desto dunkler wird die resultierende Farbe. Durch die Zugabe eines zusätzlichen Schwarztons(K), lässt sich die Mischfarbe bis zum vollständigen Schwarz abdunkeln. Sie gibt die Tiefe.
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Dasselbe passiert beim Druck und darum haben auch die meisten Drucker auch drei farbige und eine schwarze Patrone bzw. Toner.

Für die Farbwertebereiche werden bei CMYK meist in Prozent zwischen 0% (unbedruckt) und 100% (Volltonfarbe) angeben.

Beispiele:

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cmykQuelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Subtraktive_Farbmischung#/media/File:Synthese-.svg

3. Farbtreue

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Quelle: https://pixabay.com/de/schneelandschaft-schneefeld-81130/

Da die beiden Farbmodelle RGB und CMYK nicht die identischen Farbräume abdecken, kommt es bei der Umwandlung schnell zu Problemen. Schickt man eine RGB-Bilddatei an eine Druckerei, kann das zu einem Grauschleier und blassen Farben auf dem Druckprodukt führen, da die Informationen zum Schwarzanteil (K) im RGB-Modus nicht gespeichert.

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Kräftige, satte Farben in RGB                                                        Kräftige, satte Farben in CMYK

Außerdem ist der RGB-Farbraum größer als der CMYK-Farbmodus – d.h. er bietet mehr Farbvielfalt. Gerade Leuchtfarben können im CMYK-Raum nicht dargestellt werden. Für sie muss beim Druck ggf. auf Sonderfarben zurückgegriffen werden.Das Umwandeln von RGB in CMYK ist daher destruktiv – d.h. verlustbehaftet. Die Farben werden reduziert und Tonwertveränderungen treten auf.

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Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:CIE_Lab_RGB_CMYK.jpg

Farbraumabdeckung im Vergleich: Schwarze Linie: RGB | Graue Linie: CMYK

RGB-Farben kann man grundsätzlich nicht drucken.

Die Wandlung von RGB zu CMYK übernimmt im privaten Bereich der Druckertreiber, im professionellen Bereich das RIP. Durch die unterschiedliche Methodik kann es dabei zu deutlichen unterschieden Druckergebnissen kommen.

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Programme wie Adobe Photoshop beherrschen solche Farbumwandlungen jedoch sehr gut. Bei korrekter Handhabung können die Farbabweichungen auf ein Minimum reduziert werden.

Da sich Poster Union auf das Drucken von Fotos spezialisiert hat, müssen Sie die beschriebene Wandlung in CMYK hier nicht durchführen. Sie können Ihr Foto direkt ohne weitere manuelle Umwandlungen im RGB-Modus übermitteln. Ganz bequem und einfach!

Wie oben beschrieben, lassen sich minimale Farbabweichungen nicht verhindern. Möchte man das Druckergebnis bereits auf seinem Monitor überprüfen, kann man sich von posterunion ein „Softproof Profil“, passend zu seinem Druckprodukt, zusenden lassen. Dieses Profil lässt sich in die Bildbearbeitungssoftware einbinden und simuliert so das resultierende Druckergebnis des Bildes.

Ausblick:

Im 2. Teil befassen wir uns noch etwas genauer mit dem Thema der Farbmodelle und gehen weiter auf die Begriffe Farbmanagement und Farbprofile ein.

 

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