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Donnerstag

16

August 2012

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Der letzte Blick – Fotograf Tou Chih-kang

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Taiwan Doomed Dogs

Aufmerksamkeit für das Leid von Hunden in Taiwan

Ein Blick dahin, wo keiner gerne hinschaut. Der taiwanesische Fotograf Tou Chih-kang fotografiert seit 2 Jahren Hunde in staatlichen Tierheimen, die innerhalb von 12 Tagen eingeschläfert werden. Spiegel Online hat darüber berichtet.
Grund für dieses mutige Projekt ist, dass der engagierte Fotograf auf die gravierenden Missstände in seinem Heimatland aufmerksam machen möchte. Dort werden Hunde und sogar auch wenige Monate alte Welpen, die meist von Hundefängern in den Tierheimen abgegeben werden innerhalb von 12 Tagen getötet, da es zu viele von ihnen gibt. Schätzungen zufolge werden in Taiwan jährlich 80.000 Hunde eingeschläfert.
In Taiwan sind Hunde wenig beliebt. Das resultiert aus dem Glauben des in Taiwan weit verbreiteten Buddhismus, dass Menschen, die in einem früheren Leben Schlechtes getan haben, als Hund wiedergeboren werden. Viele Menschen kaufen sich einen Hund als Spielzeug, die Begeisterung hält nicht lange an und die Hunde werden einfach ausgesetzt. Von Hundefängern eingefangen, landen sie in den staatlichen Tierheimen.

Der Fotograf hat diesen mutigen und schweren Weg gewählt, um die Menschen vor allem in seinem Land auf die aktuelle Situation aufmerksam zu machen und sie für den Schutz der Tiere zu sensibilisieren. Er möchte durch seine Fotos die Herzen der Menschen erreichen. Die Arbeit mache ihn sehr traurig, berichtet Tou Chih-kang, aber für ihn gebe es nur diesen einen Weg, um auf das Leid der Tiere aufmerksam zu machen. Der Staat komme seiner Verantwortung für diese liebenswerten Wesen nicht nach.

Wer sich die einmaligen und sehr eindrucksvollen Portraits anschaut, merkt sofort, dass der Fotograf mit viel Einfühlungsvermögen und dem nötigen Fingerspitzengefühl den Hunden ihre Würde, wenigstens für einen Moment, zurück gibt. Er setzt die Tiere ins rechte Licht, verzerrt dabei aber in keinster Weise die Realität. Die Hunde strahlen sowohl Stärke, Stolz und Zuneigung als auch Unsicherheit, Traurigkeit und  Verzweiflung aus. Der Fotograf nimmt sich die Zeit, die Tiere etwas kennenzulernen und sie werden für die Aufnahmen ein wenig gepflegt. So manches Tier muss jedoch erst einmal beruhigt werden, bevor der 37-jährige Fotograf mit dem fotografieren beginnen kann. Er findet bei jedem Hund die passende Pose.

Der Fotograf geht dabei sehr professionell vor, er achtet auf die richtige Beleuchtung und fotografiert die Tiere vor einem professionellen Hintergrund. Rund 400 Hunde hat Tou Chih-kang in den letzten 2 Jahren kurz vor ihrer Einschläferung auf ca. 40.000 Bildern festgehalten. „Der letzte Blick“ – eindrucksvoll, berührend und herzzerreißend. Man kann nur hoffen, dass die Menschen ihre Augen für diese Unmenschlichkeit öffnen und ihre Einstellung ändern.

Die Portraits sind momentan in einem Kunstmuseum in Kaohsiung in Taiwan zu sehen. Der Fotograf würde sich jedoch auch über Interessenten aus dem westlichen Raum freuen, die seine Bilder gerne ausstellen möchten.

Erwähnung des Fotografen auf Spiegel Online

Bildreferenz: Original von Tou Chih-kang mit freundlicher Genehmigung des Fotografen.

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