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Samstag

23

Juli 2011

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Polaroid lebt: Impossible Project

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©The Impossible Project
Impossible Logo

The Impossible Project

Wir halten den Sofortbild-Traum am Leben

Website: The Impossible Project

©The Impossible Project

Dreimal mit den Fingern geschnippt und hinaus gerufen: „Es gibt nichts tolleres als Sofortbild! Es gibt nichts tolleres als Sofortbild! Es gibt nichts tolleres als Sofortbild!
Simsalabim, der Sofortbild- Film lebt weiter. Dank Impossible, auch bekannt als das Impossible Project, können Sie immer noch mit einer großen Auswahl an Sofortbildkameras fotografieren. Zurzeit gibt es noch über 300 Millionen funktionstüchtige Polaroid Kameras, und es ist das erklärte Ziel des Impossible Project, diese wundervollen Kameras am Leben zu halten.

Die Zeiten waren nicht immer rosig. Während ihrer letzten zehn Jahre, starb die Polaroid Corporation einen qualvollen Tod, und stand der immer stärker werdenden digitalen Fotographie mit heruntergelassenen Hosen gegenüber. Während die Industrie mit immer mehr Innovationen im Bereich der Digitalfotographie den Markt eroberte, stand Polaroid nur hilflos daneben und konnte selbst nur mit wenig aufwarten, um dem digitalen Trend Paroli zu bieten. Wie ein Schachamateur, der gegen Garrry Kasparov antritt, sah das Unternehmen wie ein Häufchen Elend aus. Sich an die „Guten alten Zeiten“ zu erinnern, war alles, was ihr blieb.

©The Impossible Project

 

Den Anhängern der Sofortbild Fotographie trat Florian Kamps, als der Betrieb 2008 seine Pforten schloss, mit der Vision gegenüber, den Instant-Film vor dem drohenden Aussterben zu bewahren. Nachdem er sich im Niederländischen Enschede mit Andre Bosman, einem über langjährige Erfahrung mit der Materie verfügenden Mitglied der Polaroid Vorstandschaft, anlässlich der Werksschließung getroffen hatte, beschlossen die beiden Männer, das Impossible Project ins Leben zu rufen. Sie kauften die technische Ausrüstung vor Ort auf und pachteten die Baulichkeiten.

Während man um mehr Zeit für die Neuentwicklung von Film rang, denn die Herstellung diverser Chemikalien die bislang für die Filmherstellung von Polaroid Film genutzt wurde war eingestellt worden und auf die Polaroid Patente konnte nicht zurückgegriffen werden, gelang es den beiden, eine limitierte Special-Edition eines Films auf den Markt zu bringen, welcher von keinem geringeren als Polaroids Design-Ikone Paul Giambarba entwickelt worden war. Diese Limited-Editions umfassen den Integralfilm Polaroid Softone für Image/Spectra Kameras, sowie drei Typen von peel-apart Film für Land Cameras, Polaroid Sepia, Polaroid Chocolate und Polaroid Blue.

©Christian Reichold

Im März 2010 präsentierte Impossible die ersten neuen Filme, PX 100 Silver Shade für SX 70 Kameras und PX 600 für 600er Kameras. Im Juli 2010 wurde Impossibles erster Farbfilm mit dem Namen PX 70 Color Shade vorgestellt. Seither werden zudem die verschiedensten experimentellen Varianten dieser beiden Filmtypen produziert und heute bietet das Impossible Project in vielerlei Hinsicht verbesserte und ganz neuartige Filme für diverse Kameratypen an:

 

 

 

 

 

 

 

 

©The Impossible Project

 

 

Color Shade:

    • PX 70 Color Shade (SX 70 Kameras)
    • PX 680 Color Shade (Polaroid 600 Kameras und auch SX 70 Kameras ausgerüstet mit einem ND Filter).
    • PZ 680 Color Shade (Polaroid Image/ Spectra Kameras)
    • PX 70 Color Shade PUSH Film (Polaroid SX 70 Kameras)

Silver Shade:

  • PX 100 Silver Shade (SX 70 Kameras)
  • PX 600 Silver Shade (600 Kameras)
  • PZ 600 Silver Shade     (Image/Spectra Kameras)

 

 

 

(*An dieser Stelle sollte erwähnt werden, dass glücklicherweise auch Fuji Film ein paar kostengünstige peel-apart Filme für Polaroid Land Cameras anbietet. Zudem hat Fuji kürzlich ein eigenes Label für Integralfilme gestartet, dessen Film in den neuen Fuji Instax Kameras verwendet werden kann.)

©The Impossible Project

Der Impossible Film ist nicht ganz billig. Die Meisten Filmtypen kosten um die 20 Euro pro acht Bilder, während das Auslaufmodell der Paul Gamba Special-Edition um die 15 Euro (in diesem Fall für zehn Bilder) kostet. Beim Impossible Integralfilm besteht ein weiteres Problem darin, dass die Fotos während der ersten vier Minuten nachdem Sie der Kamera zur Entwicklung entnommen wurden, unbedingt vor Licht geschützt werden müssen. Der Film wird deshalb mit einem „Light-Schield“ Fotoumschlag ausgeliefert, welchen man beispielsweiße einfach direkt an der Kamera befestigen kann. Der Film liefert recht gute Ergebnisse bei genügend Lichteinfall, und die Farbsättigung kann noch zusätzlich verbessert werden, indem man das Foto während des Entwickelns mit einem Haarfön, oder durch Körperwärme ein wenig auf Temperatur bringt. Während der Fuji Sofortbild-Film recht farbgetreue Bilder liefert, erreicht man mit dem Impossible Film eher künstlerisch angehauchte Aufnahmen.

Er mag zwar noch nicht perfekt sein, Impossible verbessert sich aber mit jeder neuen Auflage. Und ja, vielleicht ist der Film auch teuer, aber mit einer Sofortbildkamera macht man eben in der Regel auch nur gelegentlich Aufnahmen, wobei die Freude an den ganz speziellen Fotos im Vordergrund steht, und nicht die schiere Masse, wie es bei der digitalen Fotographie so oft der Fall ist. Heben Sie sich die Digitalkamera für die vielen Bilder etwa anlässlich einer Geburtstagsfeier der Kinder oder für Urlaubsaufnahmen auf.

©Lia Saile

 

Wenn Sie jedoch einfach ein wenig mit künstlerischer Freude herumexperimentieren und einfach Spass haben möchten, holen Sie einfach Ihre alte Polaroid aus dem Speicher. Zeigen Sie ihren Kindern, wie das früher so lief, und freuen Sie sich an ihren begeisterten Gesichtern, wenn sie dabei zusehen, wie sich das Foto vor ihren Augen entwickelt. Dabei kann es durchaus passieren, dass Sie selbst nicht weniger begeistert sind. 😉

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