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Sonntag

12

Dezember 2010

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Annie Leibovitz – Magie hinter der Kamera

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Annie Leibovitz wurde als drittes von sechs Kindern einer jüdischen Familie geboren. Ihr Vater Sam Leibovitz (gest. 2006) diente als Offizier (Oberstleutnant) in der US Air Force, und ihre Mutter Marilyn Edith Leibovitz (1923 – 2007) arbeitete als Tänzerin und Tanzlehrerin für Modern Dance. Wegen der häufigen Versetzungen ihres Vaters ergab es sich, dass sie ihre ersten Fotos auf den Philippinen aufnahm, wo ihr Vater gerade wegen desVietnamkrieges stationiert war.

Leibovitz studierte ab 1967 Malerei und Fotografie am San Francisco Art Institute, um Kunstlehrerin zu werden. Ihre ersten Aufnahmen waren Reportagen mit einer 35 mm-Kleinbildkamera. Zwei Bände zur Dokumentarfotografie von Robert Frank und Henri Cartier-Bresson haben sie sehr geprägt. Aufgrund einer Empfehlung ihres Freundes übergab sie 1970 dem Art Director des Rolling-Stone Magazine ihre Fotomappe. Der Herausgeber Jann Wenner war davon so beeindruckt, dass er sie sofort einstellte. Nach dem Erwerb des Bachelor of Fine Arts 1971 arbeitete sie zwischen 1973 und 1981 als Chef-Fotografin für den Rolling Stone. Ihre Besonderheit war damals, mit den jeweiligen Musikern für zwei bis drei Tage zusammen zu leben und mit ihnen den Alltag zu teilen, um dabei entspannte und vertrauliche Aufnahmen machen zu können. Sie wollte ein „Teil des Ganzen“ werden und bei ihren Aufnahmen nicht auffallen. Zu ihren Vertrauten zählte der Underground-Schriftsteller Hunter S. Thompson, sie schätzten einander wegen ihrer unbezähmbaren und ungezügelten Lebenseinstellung.

„A Photographer’s Life“ Annie Leibovitz – 1990 – 2005

1975 begleitete sie als Fotografin die Rolling Stones auf ihrer Konzerttournee und wurde dabei drogensüchtig. 1978, nach dem Umzug der Rolling-Stone-Redaktion zur Zentrale nachNew York City, Fifth Avenue, wurde die einflussreiche Grafikdesignerin und künstlerische Leiterin Bea Feitler  zu ihrer Mentorin. Sie entwickelte nun vor jeder Aufnahme ein Konzept, eine meist einfache Bildidee, die sie mit den zu Portraitierenden vorher besprach. Feitler empfahl ihr, neben dem Rolling Stone auch für eine andere Zeitschrift zu arbeiten. Leibovitz beteiligte sich 1981 an der Gründung des US-amerikanischen Magazins Vanity Fair. In einer Klinik therapierte sie erfolgreich ihre Kokainsucht. Ab 1983 wurde sie zur Chef-Fotografin von Vanity Fair und verließ den Rolling Stone. Neben inszenierten Porträts und Aktaufnahmen (u.a. John Lennon, Bette Midler, Demi Moore, Whoopi Goldberg) arbeitete Leibovitz zunehmend auch in der Reportage und Werbung.

Zu ihren bekanntesten Fotografien gehören die Bilder von John Lennon und Yoko Ono wenige Stunden vor Lennons Ermordung sowie die Aktfotos der Schauspielerin Demi Moore während ihrer Schwangerschaft und mit einem Bodypainting im Folgejahr. 2005 haben Verleger und Artdirektoren der USA die 40 besten Titelblätter ausgewählt, Platz 1 belegte Leibovitz‘ Lennon/Ono-Titelbild und Platz 2 ihre Aufnahme mit der schwangeren, nackten Demi Moore. Viel beachtet wurden ihre Kampagnen für American Express (1987), Dove (2006) und die Modefirma Gap (1988). 1996 gab Leibovitz einen Band mit Sportlerporträts heraus, 2000 fotografierte sie für den Pirelli-Kalender.

  • Informationen über Annie Leibovitz auf Wikipedia
  • Artikel über Annie Leibovitz auf Stern.de

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