Wenn man unterwegs ist, hat man oft nicht ausreichend Zeit und keine Möglichkeit die Schärfe der aufgenommenen Fotos zu beurteilen. Leider stellt man so erst zu Hause fest, ob ein Foto wirklich scharf genug ist und nicht selten will man ein Foto noch ein wenig nachschärfen.
Die einfachste Möglichkeit hierfür ist in nahezu jedem Bildbearbeitungsprogramm die Anwendung eines Schärfen-Filters. In Photoshop heißt dieser Filter “Unscharf maskieren”. Auch bei der Verwendung von RAW Dateien gibt es eine “Schärfen-Funktion” mit der man die Schärfe der Fotos noch bearbeiten kann.
Ich persönlich würde aber beide Möglichkeiten nicht empfehlen, da meist die Bildqualität darunter leidet.
Vorbereitung
Wenn ihr gerade kein passendes Foto zur Hand habt, könnt ihr hier das Foto herunterladen, welches wir im Tutorial verwendet haben. Öffnet Euer Foto in Adobe Photoshop und stellt die Ansicht auf 100%. Eine Abbildung mit einer 100% Ansicht des Fotos sehr ihr hier auf der linken Seite. Es ist wichtig, dass ihr Eure Fotos zuerst in einer 100% Ansicht beurteilt, damit ihr einen besseren Eindruck davon gewinnt, wie scharf oder unscharf Euer Foto tatsächlich geworden ist.
Besonders wichtig ist das Nachschärfen von Fotos, wenn ihr Euer Foto in größeren Formaten drucken wollt, denn je größer das Foto, desto eher erkennt man die Details in den Fotos. Wenn ihr ein Foto wie in diesem Beispiel verkleinert ausdruckt (z.B. Postkartengröße), dann ist ein Nachschärfen nicht unbedingt notwendig. Ihr solltet aber auch daran denken, dass ein zu starkes Nachschärfen eines Fotos zu Qualitätsverlusten führt.
Ebene duplizieren
Macht von Eurer Hintergrundebene nun eine Kopie über das Menü Ebene > Ebene duplizieren (einfacher geht dies auch über die Tastenkombination Strg + J oder mittels Rechtsklick auf die Hintergrundebene und der Auswahl Ebene duplizieren). Benennt die neue Ebene am besten mit “Hochpass”, sodass ihr später wieder wisst, was ihr mit dieser Ebene gemacht habt.
Die Ansicht in Photoshop sollte anschließend wie in der Abbildung auf der rechten Seite aussehen.
Ich habe die neue Ebene zur besseren Veranschaulichung noch mal zusätzlich farbig markiert. Klickt nun ein mal auf die Ebene “Hochpass”, damit der Hochpassfilter, den wir jetzt anwenden nur auf die soeben erstelle Ebene angewendet wird.
Hochpass-Filter anwenden
Geht nun im Menü auf Filter > Sonstige Filter > Hochpass. Daraufhin öffnet sich in Adobe Photoshop ein neues Fenster und das bislang farbige Foto wird zu einer grauen Fläche bei der Konturen noch leicht farbig gehalten sind. Ich seht in der Abbildung auf der linken Seite, wie Eure Ansicht nun aussehen sollte. Bewegt mit der Maus-Hand nun den kleinen Ausschnitt im Fenster des Filters auf die Stelle die anschließend am schärfsten werden soll und achtet darauf, dass die Ansicht auch im Filterfenster wieder auf 100% zur besseren Beurteilung gestellt ist.
Wie ihr in der Abbildung links erkennen könnt, werden mit dem Hochpass-Filter Konturen und Strukturen hervorgehoben.
Bestätigt nun die Einstellung (hier mit 1,6 px) mit OK und das Fenster schließt sich automatisch.
Überblendungsmodus der Ebene anpassen
Als letzten Schritt müsst ihr nur noch in der Ebenenpalette den Überblendungsmodus der “Hochpass-Ebene” auf “weiches Licht” stellen. Die Einstellung seht ihr auch in der Abbildung rechts wieder grün markiert.
Bei einem vorher / nachher Vergleich werdet ihr feststellen, dass ihr der Blütenkapsel Schärfe hinzugefügt habt. Selbstverständlich kann man aus einem solchen Foto kein komplett “knackscharfes” Foto mehr machen, man kann jedoch im Nachhinein immer noch einiges verbessern. Auch die Struktur der Blüte hat sich deutlicher hervorgehoben, ohne dass der Effekt übertrieben wurde.
Ein Tipp zum Schluss: Übertreibt diesen Effekt nicht, denn sonst entstehen nicht beabsichtigte “Glows” um die zu schärfenden Bildteile. Ihr werdet feststellen, dass über eine gewisse Schärfung hinaus kein Schärfezuwachs erzielt werden kann.
Vorher / Nachher Vergleich
Bildreferenz: Macro Flower Pink


2 Kommentare
Ich sagt:
23 Jan, 2012
Ist schon ganz gut beschrieben.
Aber ich verstehe einfach nicht, warum in solchen Tutorials niemals auf die Option “in Smart-Objekt konvertieren” nicht immer erse zu Anfang erklärt wird. Was macht man, wenn das ganze nicht so aussieht wie gewünscht. Den ganzen Quatsch von vorn? Und wie oft soll ich das als Anfänger wohl tun 3, 4 oder 5 mal?? Wenn ich aber meine Ebene in ein Smart Objekt umgewandelt habe kann ich immer wieder auf die Einstellungen zugreifen.
Außerdem sollte man wählen zwischen “weichen und harten Licht”. Und die Schärfe wird nicht nur mit dem Wert 1,6 gut, sondern man muss da etwas herumspielen. Und zu guterletzt ist Hochpassschärfung NICHT das Nonplusultra! Auch die Unscharfmaskierung und der selektive Scharfzeichner haben ihre Daseinsberechtigung. Man darf sich nie auf eine Methode versteifen.
Fotos mit Nik Sharpener Pro scharfzeichnen – Photoshop Tutorial | posterTalk sagt:
16 Mai, 2011
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